Ob der kleine Rainer wegen dem oder der Fotografen/Fotografin so nett in die Kamera schaut, weiss ich nicht mehr. Auch kann ich nichts über das Heft sagen, welches auf meinen Beinen liegt.

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Rainer Griefahn als kleiner Bub

Zurückblickend zeigen sich auf diesem Bild zwei für mein Leben wesentliche Themen: das Engagement, um geliebt zu werden und das wissen wollen.

Ersteres ist ziemlich schwer los zu werden. Ist doch das Lieben und das Geliebt-werden-wollen ein Wortpaar, das beinahe nicht getrennt werden kann. Und doch weiss ich heute: das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Ich lebe und liebe und dies genügt. Jede Anstrengung für Liebe von den anderen ist "für die Füchse" (hoffentlich haben wenigstens die etwas davon).

Viele Jahre meines Lebens waren geprägt von Wissen-wollen. Ich habe viele interessante Bücher gelesen und war wohl schon ziemlich besser-wisserisch. Heute nehme ich mein Wissen im Verhältnis zu dem was ist als verschwindend klein wahr.
Ich kann mit Sokrates sagen: ich weiss, dass ich nicht(s) weiss.

Das Leben hat sich mir als ein wunderbarer liebevoller Partner herausgestellt. Oder anders gesagt: ich werde immer mehr zum Leben. Einige meiner Lebensstationen sind:

  • als Kind hatte ich einige Allergien: vor allem Asthma, welches immer wieder medikamentös behandelt wurde, aber auch Neurodermitis und Heuschnupfen. Das Asthma zeigt sich vor allem bei Anstrengungen. Oft war ich anderen gegenüber ziemlich benachteiligt.

  • Ab dem Alter von 4-5 Jahren habe ich mit meinem Vater und meinen Geschwistern viel gesungen. Mit 6 spielte ich Melodica, mit 7 Blockflöte, mit 8 Ukulele, mit 9-10 Gitarre, und ab 10 Klavier.

  • zwischen 16 und 19 war ich in einem Internat. Da gab es Exerzitien. Wir waren alle still, einem Text oder unserem Inneren zugewandt. Plötzlich sah ich ein Licht, wie die Sonne. Ob es in meinem Kopf oder in der Wand war, kann ich natürlich nicht sagen. Jedoch war es so intensiv, dass ich den Eindruck hatte: ich habe etwas von Gott gesehen.

  • ab 20 begann ich, anderen Menschen Klavierstunden zu geben. Zuerst vor allem Blues, Boogie, Rock und Improvisation. Mit der Zeit kamen dann noch mehrere Themen dazu: Jazz, spielen aus dem Moment etc.

  • zwischen 20 und 30 hatte ich viele Angst Attacken. In einer besonders von Angst geprägten Nacht hatte ich eine Vision: ich sah zwei Hünen miteinander kämpfen. Vielleicht so ähnlich wie Jakobs Kampf mit dem Engel. Ich dachte, dass die Kämpfenden Gott und der Teufel seien. Dies brachte mich dazu, mich ernsthaft diesem Thema zu widmen: Ich trat in die freie evangelische Kirche "Pfingstmission" ein. Allerdings trat ich ein Jahr später wieder aus, weil die enge Sicht von richtig und falsch nichts für mich war.

  • mit 40 wollte ich eine Musikschule gründen: Zusammen mit ein paar wunderbaren Menschen eröffneten wir 1992 in Winterthur die Musikschule Prova.

  • mit 50 Jahren schlug meine Leber Alarm. Als Folge einer Hepatitis C Krankheit hatte ich eine starke Zirrhose und einen Leberkrebs. Viele Menschen vor allem meine Geschwister unterstützten mich, und ich bekam die Hälfte der Leber meiner Schwester eingesetzt (Leberlebendspende Transplantation 2002). Meine Schwester und ich leben beide praktisch ohne Einschränkungen, abgesehen von der Einnahme eines Immunsystem unterdrückenden Medikamentes bei mir.

  • 2006 habe ich meine Informatiktätigkeit beendet und entschied, nur noch meinem Herzen zu folgen. Zuerst im Musikwerk, Nussbaumen

  • dann ab 2010 mit meiner Partnerin Sonja Elina Griefahn zusammen im enn-institut.

  • 2011 haben Sonja Elina und ich geheiratet und ich habe ihren Namen angenommen. Deshalb heisse ich nicht mehr Rainer Spirig sondern Rainer Griefahn.

Es gab natürlich noch viele Stationen mehr. Aber deren Aufzählung würde diesen Rahmen sprengen. Ich bin dankbar für jede Sekunde in meinem Leben und lerne, jeden Moment bewusst wahr zu nehmen und auszukosten.

lieben und geliebt werden wollen

das wissen wollen

die grössten Geschenke